Rund 265 Millionen Euro hat PCC SE in die Anlage investiert.

PCC BakkiSilicon in Island

Bau einer Siliziummetall Produktionsanlage

Rund 265 Millionen Euro hat PCC SE in die Anlage investiert.

Der Ort Húsavík (deutsch „Häuserbucht“) mit seinen 2.200 Einwohnern dürfte in Deutschland allenfalls einigen Island-Kennern ein Begriff sein. Und doch entsteht in dem malerischen Fischerort mit Unterstützung von Leinemann Partner eine der modernsten und umweltfreundlichsten Siliziummetallanlagen der Welt, die auch für die Rohstoffversorgung Deutschlands eine wichtige Rolle spielen wird. Ende April 2018 startete die Phase der Inbetriebnahme.

Rund 265 Millionen Euro hat die Holding PCC SE mit Hauptsitz in Duisburg in die Anlage investiert. Gebaut wurde die Anlage von der Konzerntochter PCC BakkiSilicon hf, Húsavík, die auch Betreiber ist. Siliziummetall findet Verwendung als Hauptrohstoff für Photovoltaikmodule sowie in der Chemie- und Aluminiumindustrie, beispielsweise als hochfeste Aluminiumlegierung in der Automobilindustrie. Allein in Deutschland wird der Bedarf auf 300.000 Tonnen im Jahr geschätzt. Der mit Abstand größte weltweite Produzent von Siliziummetall ist China. Die 32.000 Tonnen aus der Siliziumschmelze in Island werden überwiegend an Unternehmen in Deutschland geliefert.

Wieso hat man sich aber für die abgelegene Atlantikinsel Island als Produktionsstandort entschieden? Dafür muss man sich auf eine Reise nach Polen begeben. Südlich von Warschau baut PCC in einem eigenen Steinbruch Quarzit ab, aus dem später in Island Silizium entsteht. Per Güterzug wird das Gestein zum Hafen Stettin gebracht und dann direkt zum eisfreien Hafen von Húsavík, über eine Strecke von mehr als 3.000 Kilometern. Wieso dann aber keine Siliziumschmelze direkt vor Ort in Polen? Das liegt vor allem an der kostengünstigen und klimaverträglichen Stromerzeugung in Island. Fast der gesamte Strombedarf wird durch erneuerbare Energien wie Geothermie oder Wasserkraft gedeckt; ein Kraftwerk wurde gleich in der Nachbarschaft der Anlage errichtet. Da die Herstellung von Silizium besonders stromintensiv ist, ein entscheidender Standortvorteil.

„Aber auch das übrige Gesamtpaket hat einfach gepasst“, so Dr. Peter Wenzel, Aufsichtsratschef der PCC BakkiSilicon hf. Die örtliche Bevölkerung, die Verwaltung der Stadt Húsavík und die Regierung von Island haben das Projekt von Anfang an unterstützt und geholfen, dass mit der neuen Branche auch 125 neue Arbeitsplätze im strukturschwachen Norden der Insel geschaffen werden konnten. Mit ihrer terrassenförmigen Anordnung und einer speziellen Farbgebung hat man auf ein auch landschaftlich harmonisches Gesamtbild geachtet.

Für PCC war die Wahl der Rechtsberatung nicht schwer: Leinemann Partner Rechtsanwälte haben eine langjährige Kompetenz im deutschen wie im internationalen Anlagenbau, mit FIDIC und EPC-Verträgen und den damit verbundenen, typischen Schlichtungsmechanismen. Die Beratung wurde komplett auf Englisch abgewickelt, einschließlich eines erfolgreich verlaufenen Schlichtungsverfahrens. Dazu Dr. Peter Wenzel:

“Die große Erfahrung der Anwälte Andreas Jacob und Prof. Dr. Ralf Leinemann am Berliner Standort hat uns bei der reibungslosen Projektrealisierung sehr geholfen.“