Das derzeitige Bettenhaus der Lungenklinik ist zwar mehrfach modernisiert worden, bald aber wird es durch einen Neubau ersetzt.

LungenClinic Grosshansdorf

Traditionsklinik bekommt Hightech-Neubau

Das derzeitige Bettenhaus der Lungenklinik ist zwar mehrfach modernisiert worden, bald aber wird es durch einen Neubau ersetzt.

Die Lungenklinik in Großhansdorf bei Hamburg unter der Ärztlichen Leitung von Professor Klaus F. Rabe und der Kaufmännischen Geschäftsführung Susanne Quante ist fachlich eines der deutschen Spitzenkrankenhäuser, wenn es um Lungenheilkunde geht. Das Traditionshaus ist in Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung Nord und hat eine 120-jährige Geschichte. In dieser Zeit ist das Gebäude immer wieder modernisiert worden. Im November 2020 wurde nun die Generalplanung für ein neues Bettenhaus vergeben, einen Versorgungsbau und eine beide verbindende Magistrale ist vergeben worden – unter der rechtlichen Begleitung und Beratung von Leinemann Partner.

„Den Zuschlag bekam ein lokaler Bieter, nämlich Henke + Partner“, verrät Bastian Haverland, der das Vergabemandat federführend betreut. „Wie es aussieht, wird es kein Nachprüfungsverfahren geben“, fügt er hinzu. Wenn das so bleibt, kann er mit der anschließenden baubegleitenden Beratung für den Klinikneubau weitermachen. Henke + Partner ist ein Hamburger Architekturbüro, das viel Erfahrung in Krankenhausbauten mitbringt.

Die LungenClinic Grosshansdorf wurde vor ziemlich genau 120 Jahren, Mitte Dezember 1900, als Lungenheilanstalt eröffnet, initiiert seinerzeit von der Hanseatischen Versicherungsanstalt. Sie war eine Vorgängerin der Landesversicherungsanstalt Hansestädte, die inzwischen Teil der Deutschen Rentenversicherung Nord geworden ist. Die Deutsche Rentenversicherung Nord ist denn auch einzige Gesellschafterin der LungenClinic Grosshansdorf GmbH – der Bauherrin.

Die früheren Lungenheilanstalten waren vor allem Sanatorien für die vielen Tuberkulosepatienten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Damals waren in erster Linie Schonung und Erholung die Therapiemittel der Wahl. Mit der Tuberkulose wird die moderne Lungenheilkunde heute meist gut fertig, aber sie benötigt Hightech-Operationssäle, Intensivbetten mit Beatmungskapazität, Hochleistungs-Diagnosegeräte und Palliativmedizin, um es mit den heutigen Geißeln unserer Atemwege aufzunehmen: Lungen- und Bronchialkrebs, Covid-19, Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Asthma und viele mehr. Rund 1.000 Lungenoperationen werden in Großhansdorf Jahr für Jahr bewältigt und etwa 4.000 Chemotherapien durchgeführt. Seit knapp 15 Jahren ist die Klinik akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Lübeck.

Der Neubau soll 195 Betten haben, modernen Umweltstandards genügen und aus allen Zimmern den Blick ins malerische Grün rund um die Hamburger Walddörfer bieten. Als Gesamtkosten sind gut 80 Mio. Euro veranschlagt, von denen etwa 69 Mio. Euro als Landeszuschuss fließen sollen. Für den Neubau müssen alte Klinikteile abgerissen werden.