Mit der geplanten Standorterweiterung II der Hochschule der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (HGU) in Bad Hersfeld reagiert der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) auf den gestiegenen Bedarf für Lehre, Unterbringung und Versorgung. Vorgesehen ist der Neubau eines weiteren Bettenhauses mit 50 Apartments sowie einer Mensa für bis zu 200 Essen einschließlich Küche und Nebenräumen. Ergänzt wird das Vorhaben durch Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand.
Das Projekt folgt der strategischen Entscheidung der HGU für ein Einstandort-Modell. Ziel ist es, den Campus in Bad Hersfeld baulich so weiterzuentwickeln, dass der Bedarf des Lehr- und Seminarbetriebs der gesamten HGU dort dauerhaft gedeckt werden kann.
Neubau und Sanierung im laufenden Betrieb
Die geplanten Neubauten entstehen auf einem neu erworbenen Grundstück gegenüber dem bestehenden Campus am Seilerweg, in unmittelbarer Nähe zu einem temporären Hörsaalbau und bestehenden Stellplatz- und Sportflächen. Bereits diese Lage verdeutlicht eine der zentralen Herausforderungen des Projekts: Die Erweiterung erfolgt nicht isoliert, sondern eingebettet in den bestehenden, laufend genutzten Hochschulbetrieb.
Nach Fertigstellung der Erweiterungsbauten schließt sich ein weiterer Bauabschnitt an: die Sanierung und Umnutzung frei werdender Flächen im Bestand. Ehemalige Mensa-, Bibliotheks- und Freizeitflächen sollen künftig für Seminar- und Besprechungszwecke genutzt werden. Auch hierbei muss der Betrieb der HGU weiter gewährleistet werden.
Die einzelnen Gewerke müssen daher eng verzahnt und zeitlich abgestimmt vorangetrieben werden. Die Zuwegung, Baustellenlogistik und Leis- tungserbringung muss so durchdacht werden, dass sich möglichst wenige Störungen für die Studierenden und Beschäftigten der HGU ergeben. Bei einem so komplexen Projekt greifen organisatorische, rechtliche und technische Fragestellungen eng ineinander. Es kann nur dann gelingen, wenn die sich stellenden Herausforderungen bereits innerhalb der Planung berücksichtigt werden.
Vergabe der Planungs- und Bauleistungen
Aus den Erfahrungen früherer Bauvorhaben zieht die DGUV klare Schlüsse für die Vergabestrategie. Anstelle eines einheitlichen Generalplanermodells werden zwei getrennte Teilgeneralplanungspakete für den Hochbau und die technische Gebäudeausrüstung vergeben. Ziel ist es, kritische Schnittstellen zu minimieren, jedoch fachliches Know-how für die einzelnen Teilgeneralplanungsleistungen zu bündeln. Ergänzt werden diese Planenden durch Sonderfachplanende, etwa für Medientechnik, Baugrund oder Brandschutz.
Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt unter Beachtung des europäischen Vergaberechts in Form von Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb, bei denen sich zahlreiche interessierte Planungsbüros beworben haben. So konnte bereits ein qualifiziertes Planungsbüro für die Teilgeneralplanung des Hochbaus gebunden werden. Neben dem Preis der Leistungen spielt bei der Vergabe die Qualität der abgegebenen Angebote eine zentrale Rolle. Diese wird insbesondere durch eine Präsentation und die Lösung einer vor Ort gestellten Aufgabe im Verhandlungstermin abgefragt.
Sobald die Teilgeneralplanungspakete vergeben sind und nach den sich anschließenden ersten Planungsphasen wird die Vergabe der Bauleistungen vorbereitet. Dabei wird insbesondere geprüft, ob die Vergabe in einzelnen Fachlosen erfolgt oder ob eine Generalunternehmerlösung bevorzugt werden kann.
Eine bewährte Partnerschaft
Bei den auf sie zukommenden Aufgaben steht der DGUV das Kölner Team von Leinemann Partner zur Seite, das die DGUV bereits bei mehreren vorherigen Bauprojekten – insbesondere der ersten Standorterweiterung in Bad Hersfeld – erfolgreich begleitet hat.
Leinemann Partner betreuen die Konzeption und Durchführung der Vergabeverfahren und beraten die DGUV in allen baurechtlichen Fragestellungen rund um die Durchführung des Projekts; von der Vertragsgestaltung über die Abnahme bis hin zum Anti-Claim-Management. Dabei ist das Kölner Team von Beginn an mit dabei, sodass es das Projekt ganzheitlich und umfassend betreuen kann.
Durch die jahrelang bewährte Partnerschaft mit der DGUV kennen die Leinemann-AnwältInnen nicht nur die zuständigen Ansprechpersonen und Arbeitsabläufe der DGUV, sondern auch die Begebenheiten vor Ort in Bad Hersfeld. So ist eine reibungslose und ergebnisorientierte Zusammenarbeit sichergestellt.